Druck rein, Strom raus: So funktioniert der neue hydropneumatische Prozess

In der Welt der Energieerzeugung suchen wir oft nach hochkomplexen Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende. Doch die bahnbrechendste Innovation von Johann Tauscher beruht auf einem eleganten physikalischen Prinzip: der Kombination von Luftdruck und Wasserkraft in einem geschlossenen Kreislauf. Das Ergebnis ist ein Kraftwerk, das kontinuierlich und ohne fossile Brennstoffe grünen Strom liefert.

Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, wie dieser hocheffiziente Prozess funktioniert.


Der Kern: Die Transformation der Medien

Das hydropneumatische Kraftwerk von Infinity Energy nutzt einen entscheidenden physikalischen Vorteil: Den Unterschied in der Dichte und Masse von Luft und Wasser. Während Luft leicht komprimierbar ist (massearm), ist Wasser schwer und nahezu inkompressibel (massereich).

Schritt 1: Die effiziente Kompression

Am Anfang steht ein handelsüblicher Schraubenkompressor. Dieser erzeugt mit vergleichsweise geringem Energieaufwand Druckluft. Da Luft wenig Masse besitzt, ist für die Druckerhöhung deutlich weniger Energie nötig als bei der direkten Förderung von Wasser unter demselben Druck.

Schritt 2: Der „Luftkolben“ im Druckbehälter

Die erzeugte Druckluft wird in einen hermetisch geschlossenen, mit Wasser gefüllten Behälter geleitet. Dort passiert das Entscheidende: Die Druckluft wirkt unmittelbar auf die gesamte Wasseroberfläche. Sie fungiert wie ein unsichtbarer, masseloser Kolben, der den Druck verlustfrei auf das Wasser überträgt.

Schritt 3: Das massereiche Triebwasser

Durch den aufgebrachten Luftdruck wird das Wasser im Behälter zu sogenanntem Triebwasser. Dieses unter hohem Druck stehende Wasser wird nun aus dem Behälter verdrängt und gezielt zu einer hydraulischen Turbine (vorzugsweise einer Peltonturbine) geführt.

Schritt 4: Die effiziente Stromerzeugung

In der Turbine wird die Druckwasserenergie in mechanische Energie umgewandelt. Ein angeschlossener Generator transformiert diese Bewegung schließlich in elektrischen Strom, der ins Netz eingespeist wird.


Der energetische Hebel: Warum mehr rauskommt als man reinsteckt

Wissenschaftlich erklärt Johann Tauscher den Überschuss durch den massiven energetischen Vorteil bei der Kompression von Luft gegenüber dem Pumpen von Wasser. Ein Rechenbeispiel aus der Praxis verdeutlicht dies:

  • Ein Kompressor mit ca. 340 kW erzeugt 738 Liter Luft pro Sekunde bei 13 Bar.
  • Eine Wasserpumpe würde für dieselbe Menge Wasser bei gleichem Druck über 1000 kW benötigen.
  • Durch diese Transformation kann die ursprünglich eingespeiste Energie verdoppelt bis verdreifacht werden.

Ein geschlossener, nachhaltiger Kreislauf

Um einen unterbrechungsfreien 24/7-Betrieb zu gewährleisten, nutzt das System mindestens drei Behälter in einem Verbund. Während ein Behälter Strom produziert, wird der nächste befüllt.

Ein zusätzlicher Effizienz-Boost entsteht durch die Rückführung der Druckluft:

  • Die nach einem Zyklus im Behälter verbleibende Druckluft wird zum Verdichter zurückgeführt.
  • Dadurch werden etwa 50 % der Energie für die neue Druckluftproduktion eingespart.

Fazit

Der hydropneumatische Prozess ist die Revolution der Energieerzeugung. Er nutzt bewährte Industriekomponenten, um aus den einfachsten Medien – Luft und Wasser – kontinuierlich, emissionsfrei und kostengünstig Strom zu generieren. Es ist physikalische Effizienz in ihrer reinsten Form: Druck rein, massig Strom raus.